Gespensterwald

Stürmischer Aufbruch. Mit dem Rad zum Wasser. In der Wiek hat der Wind das Wasser weit hinaus getrieben. Spaziergänger, wo sonst sich das Wasser wellt. Mich treibt es weiter weg in den Wald. Artistisches Fahren auf und zwischen Kopfsteinen. Mühseliges vorwärts kommen.

Plötzlich knarrende und quietschende Geräusche, gar schauerlich hinter meinem Rücken. Ich halte an. Ruhe. Nichts. War nur einmal, denke ich. Ich fahre an. Hinter meinen Rücken wieder das gruslige Geknarre und Gequietsche. Anhalten, langsam umdrehen. Nichts, gar nicht zu sehen. Ich will weiter fahren. Kaum auf dem Sattel erwischen mich wieder diese unheimlichen Geräusche. Halten, suchen. Nichts. Ich fühle mich als Darsteller in einem Gruselfilm. Geräuschüberfall aus dem Hinterhalt. Ich werde unsicher. Der Sturm tobt, plötzlich ein langer starker Windstoß tobt durch die Bäume. Anhaltendes hässliches Knarren und Quietschen überfällt mich erneut. Endlich sehe ich, warum es so tönt. Drei große durch den Sturm aneinander gedrückte Pappeln reiben ihre Stämme und Äste aneinander, wenn der Wind hindurch faucht.

Jetzt fahre ich ohne gruseliges Gefühl in den vom Sturm bedrängten Wald hinein.

Februar 2008


Image by Erich Westendarp via Pixabay, https://pixabay.com/photos/spooky-forest-nienhagen-baltic-sea-4453857/, aufgerufen am 21.08.2025