Zeitvertreiber

Mit der Schreibe
ich meine Zeit vertreibe,
mit all den Buch und Staben
entstehen viele Schwarz- Weiß-Waben.

Kichernd sieht die Zeit mir zu,
mal als Gespenst im Nacken
oder kitzelnd an den Hacken,
du schaffst mich nicht, nicht du.

Hurtig füll’ ich Seit’ für Seit’
hier wird sie nicht mehr lange weilen,
he Zeit, mache dich zur Flucht bereit,
ich vertreibe dich mit meinen Zeilen.

Die Zeit will mit mir streiten,
sie wäre doch mein Eigentum,
sie will mich stets begleiten,
sie vertreiben wäre einfach dumm.

Nichts kann mich noch stören,
keine Venus wird mich jetzt betören,
in dieser letzten Phase
treibe ich die Zeit mit Lyrik zur Ekstase.

Ich schreibe meine Finger krumm und schief,
Zeit ade, sie kann sich nicht mehr halten,
zischend taucht sie in das große Nega – Tief
endlich, endlich kann ich zeitlos mich entfalten.

2006

Image by Dagmar Räder via Pixabay, https://pixabay.com/illustrations/ghost-soul-a-book-smoke-memories-751277/aufgerufen am 23.08.2025.