Der erste Strom

Mit dem Blick zur Sonne,
der uralten Sehnsucht
nach Wärme und Geborgenheit,
zerrissen wir
die Stille der Jahrtausende
über Heide und Salzwiesen.

Wir suchten im Neuland die eigene Größe,
wurde dem Unbekanntem
Erfahrung abgerungen,
nicht nur die Natur war zu überwinden,
wir hatten es nicht leicht mit uns.

Die Baukräne sind weiter gerückt,
Hände dirigieren wieder das Kranspiel,
stellen Bewehrungen,
schütten Beton.
Überall knistern Funkenregen,
klüger geworden sind die Gesichter,
sicherer das Zupacken,
dieses Labyrinth
ist fest im Griff.

Aus dem Waldgrün
ragt unser Kraftwerk,
Stahl, Glas und Beton
spiegeln sich im Wasser.
Eingebaut
im kompaktem Beton
sind Leidenschaft und Hoffnung,
Frohsinn und Flüche.
Die Zukunft in den Baujahren
erträumt
ist gegenwärtig.

Aufgeheizt
durch die Atomsonne
schießt Dampf
in die Turbinen,

setzt die Spannung
tausender Hirne
in Energie um,
wird der vergossene Schweiß
fließen,
strömt
die Arbeit unserer Hände
in den Energiekreislauf
unseres Lebens.

Bild1: Image by Sabine Zierer via Pixabay, https://pixabay.com/de/photos/pylonen-sonnenuntergang-silhouette-5711002/, aufgerufen am 05.08.2025

Bild 2: eigenes Foto.